Warum heißt der Waldmeister eigentlich Waldmeister?

Für die Bedeutung dieses Namens gibt es mehrere Erklärungen: Im 15. Jahrhundert war die Pflanze auch unter dem Namen „Waldmeier“ bekannt. Meier ist eine Form von Miere, wobei der Waldmeister nicht zu den Mieren gehört, sondern zur Gattung Labkraut. Manchmal wird die Bezeichnung „Meister“ auch in Beziehung zu Magister gesetzt, was so viel wie Arzt heißt. Also Arzt des Waldes wegen seiner Heilwirkung oder auch Erster des Waldes, da sie eine der ersten Pflanzen im Frühjahr ist. Der Waldmeister wirkt gefäßerweiternd, entzündungshemmend und krampflösend. Heute ist er jedoch nur noch als Würzpflanze z. B. in der Maibowle bekannt. Beim Trocknen der Pflanze wird Cumarin freigesetzt, das für den charakteristischen Geruch zuständig ist. Da Cumarin in großen Mengen gesundheitsschädlich ist, darf es in der Lebensmittelindustrie nur in geringen Dosierungen eingesetzt werden. In der Tabakindustrie ist es verboten.

Den Waldmeister findet ihr an schattigen Plätzen im Wald. Im Steinheimer Wald wächst er gleich in der Nähe des Parkplatzes. Man kann ihn schon von weitem riechen. Wie er aussieht, könnt ihr auf dem Foto sehen. Wenn er einen rauen, klebrigen Stängel hat, ist es kein Waldmeister sondern das normale Wiesenlabkraut. Das sieht von den Blättern her genauso aus, denn die Pflanzen sind verwandt. Das Wiesenlabkraut ist zwar nicht giftig, macht aber auch keinen Waldmeistergeschmack in der Bowle. Bitte achtet deshalb auf die weißen Blüten und einen glatten Stängel.

Im Mittelalter wurden ihm dämonische Kräfte zugesprochen. So kann er, vermischt mit Johanniskraut angeblich Hexen vertreiben. Deshalb habe ich heute, zur Walpurgisnacht, sicherheitshalber mal so eine Waldmeisterbowle angesetzt. Dafür benötigt man:

Waldmeisterbowle

Waldmeisterbowle ist besonders im Frühling und Sommer ein erfrischendes Getränk.

 

Waldmeisterbowle

Zutaten:

  • 1 Bund Waldmeister (getrocknet und zusammengebunden)
  • 1 Flasche Weißwein (lieblich)
  • 50 ml Waldmeistersirup (Rezept siehe unten)
  • 1 Flasche Sekt

 

Zubereitung:

Den Wein in eine Karaffe geben. Den Waldmeistersirup hinzu geben und den Bund Waldmeister hineinhängen. Kühl stellen und alles gut durchziehen lassen. Vor dem Servieren den Sekt hinzu geben.

 

Waldmeistersirup

Zutaten:

  • 1 Bund Waldmeister
  • 5 Bio-Zitronen
  • 2 Liter Wasser
  • 2 kg Zucker

 

Zubereitung:

Das Waldmeisterkraut einige Stunden oder über Nacht trocknen, weil sich dadurch sein Geruch entfalten kann.

2 Liter Wasser in einen großen Topf geben. Die Zitronen in Stücke schneiden und hinzugeben. Den Waldmeister hinzugeben. Alles aufkochen und über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag die Masse durch ein Sieb geben und die Flüssigkeit auffangen. Aufkochen und unter Rühren den Zucker hinzufügen. Noch heiß in Flaschen füllen und gut verschließen

 

Waldmeistergelee

Zutaten:

  • 1 Bund Waldmeisterkraut
  • 1 Liter Wasser
  • Gelierzucker (1:1)
  • 1 Zitrone
  • Marmeladengläser
  • Einmalhandschuhe

 

Zubereitung:

Das Waldmeisterkraut einige Stunden oder über Nacht trocknen, weil sich dadurch sein Geruch entfalten kann. 1 Liter Wasser in einen Topf geben, die Zitrone kleinschneiden und zusammen mit dem Waldmeister hinzugeben. Das ganze über Nacht durchziehen lassen.

Nach der Ziehzeit den Waldmeister und die Zitrone entfernen. Das „Waldmeisterwasser“ wird nun mit dem Gelierzucker aufgekocht bis es geliert. Einmalhandschuhe anziehen, falls die heiße Masse spritzt. Den Gelee in Marmeladengläser füllen, verschließen und das Glas auf den Kopf stellen.

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