Zeit für den Ölwechsel – warum Fette wichtig sind

Zugegeben, attraktiver machte mich dieses Haarnetz nicht, aber glücklicherweise war ich nicht die Einzige, die mit solch einem Hygienemützchen auf dem Kopf durch die Produktionshallen rannte. Ich habe mir vor ein paar Tagen nämlich einen interessanten und sehr lehrreichen Nachmittag bei der Ölmühle Solling gegönnt. Das wollte ich schon immer mal mitmachen, denn schon lange bin ich begeisterter Fan der Produkte. Neben sortenreinen Speiseölen wie Sonnenblumen-, Kokos,- oder Olivenölen gibt es dort Vitalöle für die Gesundheit, Würzöle, Essige, Brotaufstriche, Mehle, Tierfutter und sogar Kosmetik. Alles in höchster Qualität, fair gehandelt und als Bioware. Ein Schlaraffenland für Menschen wie mich, die gerne kochen, dabei experimentieren und noch lieber essen.

Hygiene

Aber nicht nur zum Kochen sind die Öle interessant, als Heilpraktikerin interessiert mich natürlich auch der Aspekt der Gesundheitsförderung durch den regelmäßigen Verzehr von hochwertigen Ölen. Oft höre ich, besonders von Patientinnen, dass sie Öle und Fette meiden, weil die angeblich dick machen. Die Meinung ist weit verbreitet und hier muss man differenzieren. Ich hole jetzt mal ein wenig aus und entführe uns in die – zugegebenermaßen sehr verwirrende – Welt der Omega 3, Omega 6 und Omega 9 Fettsäuren und der gesättigten und ungesättigten Fette.

Öl

 

Warum unser Körper Fett braucht

Grundsätzlich sind Fette für unseren Körper lebenswichtig. Sie sind – neben Eiweiß und Kohlenhydraten – ein Energielieferant und notwendig um die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K aufnehmen zu können. Sie schützen unsere Zellen (stabilisieren die Zellmembran) und tragen zu einer geregelten Hormonproduktion bei. Außerdem helfen sie uns beim Denken, unterstützen eine geregelte Verdauung und schützen unser Herz.

Viele Fette kann der Körper nicht selber herstellen, benötigt sie aber dringend. Man nennt sie deshalb essentielle Fettsäuren. Diese müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Essentielle Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Linolsäure (Omega 6) oder Linolensäuren (Alpha-Linolensäure = Omega 3), Gamma-Linolensäure = Omega 6). Man findet sie z.B. in Nüssen, Oliven-, Distel- und Sonnenblumenöl.

Wichtig sind auch EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), die ebenfalls als Omega 3 Fettsäuren in fettem Fisch enthalten sind. Sie wirken entzündungshemmend, blutdrucksenkend und herzschützend, senken die Triglyceride und stärken die Netzhaut im Auge. Wer keinen Fisch mag oder sich vegetarisch ernährt, kann Alpha-Linolensäure = Omega 3 über Walnuss-, Raps- Hanf- und Leinöl oder Leinsamen und Walnüsse zuführen. Unser Körper kann Alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäuren) in geringen Mengen in EPA und DHA umwandeln. Gleichzeitig darf man jedoch keine Omega-6-Fettsäuren zu sich nehmen, denn die blockieren die Umwandlung von Omega 3 in EPA. Ihr seht, alles nicht so einfach… (Nebenbei: für Vegetarier gibt es spezielle Nahrungsergänzungen mit EPA und DHA ohne Fischöl 😉 ).

Obwohl Omega-6-Fettsäuren lebenswichtig sind, sollte man darauf achten, dass man nicht zu viele zu sich nimmt und dann nur die aus hochwertigen Ölen wie Sonnenblumenöl oder Mandeln. Gänzlich verzichten sollte man auf Omega-6-Fettsäuren aus Margarine (gehärtete Fette = Transfettsäuren) und tierischen Fetten. Beide sind nicht nur die absoluten Dickmacher, sondern steigern das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Atherosklerose, haben negative Auswirkungen auf das Gehirn, verursachen Entzündungen und sind für hohe LDL-Cholesterinwerte (`schlechtes Cholesterin´) verantwortlich.

Omega-9-Fettsäuren sind im Gegensatz zu den Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren nicht essentiell. Das heißt, dass sie nicht zwingend mit der Nahrung zugeführt werden müssen, weil der Körper sie selber herstellen kann. Omega-9-Fettsäuren haben einen positiven Einfluss auf den Cholesterinspiegel. Auch sollen sie Schmerzen lindern. Sie sind z.B. im Olivenöl und Avocados enthalten.

 

Finger weg von billigem Discounter-Öl

Hochwertige Öle, wie die aus der Ölmühle Solling, werden durch Pressen der Rohware gewonnen und mittels Filtration gereinigt. Erhitzen auf Temperaturen über 40°C, Entsäuern, Bleichen oder Desodorieren sind verboten. Dadurch bleiben die wertvollen Bestandteile, wie Vitamine, im Öl erhalten.

Bei raffinierten Ölen, die wir wesentlich preiswerter im Discounter erwerben können, wird die Rohware nach der Pressung mit einem speziellen Lösungsmittel bearbeitet, um den Öl-Ertrag zu erhöhen. Um die Lösungsmittel anschließend wieder aus dem Öl herauszubekommen, muss die Ware gereinigt werden. Dann wird sie genusstauglich und lagerstabil gemacht, wobei die wertvollen Bestandteile des Öls zerstört werden.

 

Tipps und Rezepte mit Öl:

  • Kräuteröl ansetzten aus Olivenöl, Chilischoten, Knoblauch und Kräutern
  • Fetakäse/ Schafskäse mit Kräutern und Knoblauch in Olivenöl einlegen
  • Schöne Aroma- und Wellnessöle von Taoasis in eine Duftlampe geben
  • Aromamassage gönnen oder als Gutschein verschenken
  • Handpeeling aus Kokosöl (oder Olivenöl) und Zucker
  • Ölziehen (kommt aus dem Ayurvedischen, wobei man morgens einen Esslöffel Oliven- oder Sesamöl 10 Minuten lang durch die Zähne zieht. Das soll den Körper über die Mundschleimhaut entgiften und die Zähne reinigen. Dann ausspucken und den Mund gut ausspülen).
  • Schnelles Essen: der Klassiker `Spaghetti Aglio e Olio´ (Spaghetti kochen, mit Knoblauch und Öl in der Pfanne braten und würzen). Wer mag schmeißt noch die abgeriebene Schale einer Zitrone und ein paar Scampis mit in die Pfanne. Super lecker!
  • Pesto selber machen. Rezepte gibt es im Internet genug. Ein Rezept für Löwenzahn-Pesto findet ihr auf meinem Blog.

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